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Invasive Pflanzen


Die Aliens sind schon da


Im Zuge der Globalisierung hat das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Verbreitung gebietsfremder Arten dramatisch zugenommen.
Für das heimische Pflanzenreich sind sie wahre Aliens – und gefährliche obendrein. Wenn sich Pflanzenarten außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume ausbreiten, stellen sie oft eine echte Bedrohung dar. Denn in der neuen Umgebung können sie häufig besser gedeihen, weil natürliche Feinde oder Konkurrenten fehlen. Die Ausbreitung dieser sogenannten invasiven Arten geht meist zu Lasten der heimischen Pflanzen. Die Folge: Die lokale und regionale Biodiversität wird nachhaltig gefährdet.


Pflanzenschutzmittel leisten wichtige Hilfestellung bei der Vegetationskontrolle

Vor diesem Hintergrund können Pflanzenschutzmittel eine wichtige Hilfestellung leisten, wenn es darum geht die Gesundheit von Ökosystemen zu gewährleisten. So unterstützt Bayer CropScience in den USA beispielsweise das „Bureau of Land Management“. Dabei geht es insbesondere um das Problem der Vegetationskontrolle auf öffentlichen Flächen. Dort haben sich invasive Pflanzen ausgebreitet, die ausgesprochen leicht brennen – und vor allem während des Sommers eine kaum kontrollierbare Gefahrenquelle darstellen. Nach Bränden sind sie es auch, die sich sofort wieder ansiedeln.


Beifußblättrige Ambrosie, hier im Stadium der Blattentwicklung
Als invasive Pflanze hat sich auch die Beifuß-Ambrosie in Europa ausgebreitet. Seit 2005 unterstützt Bayer CropScience in Frankreich Landwirte bei deren Bekämpfung und informiert die Öffentlichkeit über die von ihr ausgehenden gesundheitlichen Gefahren wie Asthma, Allergien und Ekzeme.

Invasive Arten sind eine der Hauptursachen für den Rückgang der Biodiversität

Wie groß der wirtschaftliche Schaden durch eingeschleppte Pflanzenarten ist, verdeutlicht eine Untersuchung am College of Agriculture and Life Sciences der Universität Cornell (USA): Demnach verursachen invasive Pflanzen durch Ernteausfälle und Bekämpfungsmaßnahmen in den USA Gesamtkosten in Höhe von 29 Milliarden Dollar. Der Hintergrund: Die eingeschleppten europäischen Ackerunkräuter übertreffen die einheimischen mengenmäßig bereits deutlich. So stammen 73 Prozent der Ackerbegleitflora ursprünglich nicht aus Amerika.


Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) stammt ursprünglich aus Mittelamerika, der botanischen Heimat der Maispflanze. Vor einigen Jahrzehnten ist er in die USA eingewandert und verursacht dort jährlich Schäden von einer Milliarde Dollar. Von dort kam er Anfang der 90er Jahre mit Nahrungsmitteltransporten für die US-Armee ins ehemalige Jugoslawien. Seitdem hat er sich Schritt für Schritt in Europa ausgebreitet.
Mit welcher Geschwindigkeit sich Pflanzen ausbreiten, wenn sie auf keinen Widerstand stoßen, zeigt der aus Europa als Zierpflanze in die USA eingeführte Blutweiderich: Pro Jahr nimmt er in den USA zusätzliche 115.000 Hektar in Besitz. Viele Feuchtgebiete werden heute fast vollständig von ihm dominiert. Allein seine Bekämpfung kostet den Staat jährlich 45 Millionen Dollar.

Mit gutem Grund wird im sogenannten Johannesburg-Aktionsplan, der 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung verabschiedet wurde, festgestellt, dass invasive Arten eine der Hauptursachen für den Rückgang der Biodiversität darstellen.

[ zuletzt geändert: Mittwoch 4. Juni 2008 ]