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Bekämpfung invasiver Arten

Die Aliens sind unter uns


Im Zuge der Globalisierung haben das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Verbreitung gebietsfremder Arten dramatisch zugenommen.

Gebirge, Seen und Flüsse bieten ganz unterschiedlichen Populationen getrennte Lebensräume und ermöglichen so einen unglaublichen Artenreichtum. Allerdings haben durch den internationalen Handel und Tourismus im Zuge der Globalisierung auch das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Verbreitung gebietsfremder Arten drastisch zugenommen. Jetzt kommen die unterschiedlichsten Arten direkt miteinander in Kontakt.

Für das heimische Pflanzenreich sind fremde Arten echte Aliens – und gefährliche obendrein. Wenn sich Pflanzenarten außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume ausbreiten, stellen sie oft eine ernsthafte Bedrohung dar. Denn in der neuen Umgebung können sie häufig besser gedeihen, weil natürliche Feinde oder Konkurrenten fehlen. Die Ausbreitung dieser sogenannten invasiven Arten geht meist zu Lasten der heimischen Pflanzen. Die Folge: Die lokale und regionale Biodiversität wird nachhaltig gefährdet.

Auch für den Menschen sind invasive Arten eine Bedrohung. So gelangte der asiatische Tigermoskito durch den Handel mit gebrauchten Reifen nach Europa. Er trägt mindestens 22 Viren in sich, darunter auch das Dengue-Fieber. Der Klimawandel könnte seinen Weg in Richtung Norden begünstigen. Fremde Arten wie die Beifuß-Ambrosie oder der Riesen-Bärenklau lösen Allergien, Hautirritationen und -verbrennungen aus.

Die Produkte von Bayer CropScience leisten einen wichtigen Beitrag zu einer internationalen Strategie gegen invasive Arten


Eine beifußblättrige Ambrosie im Stadium der Blätterbildung.
Die internationale Strategie gegen invasive Arten basiert auf einem dreistufigen Ansatz: Prävention ist die kostengünstigste und beste Methode. Sobald invasive Arten Wurzeln schlagen, ist Ausrottung die effektivste Maßnahme. Wenn eine Ausrottung nicht möglich ist, sind die Eindämmung und eine langfristige Kontrolle erforderlich, um die weitere Ausbreitung der invasiven Arten zu verhindern.

Pflanzenschutzprodukte leisten eine wichtige Hilfestellung bei allen drei Szenarien. So unterstützt Bayer CropScience in den USA das „Bureau of Land Management“. Dabei geht es insbesondere um das Problem der Vegetationskontrolle auf öffentlichen Flächen. Oft haben sich dort invasive Pflanzen ausgebreitet, die ausgesprochen leicht brennen – und vor allem während des Sommers eine kaum kontrollierbare Gefahrenquelle darstellen. Nach Bränden sind auch sie es, die sich sofort wieder ansiedeln.

Als invasive Pflanze hat sich die beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) in Europa ausgebreitet. Seit 2005 unterstützt Bayer CropScience in Frankreich Landwirte bei deren Bekämpfung und informiert die Öffentlichkeit über die von ihr ausgehenden gesundheitlichen Gefahren wie Asthma, Allergien und Ekzeme.


Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) stammt ursprünglich aus Mittelamerika, der botanischen Heimat der Maispflanze. Vor einigen Jahrzehnten ist er in die USA eingewandert und verursacht dort jährlich Schäden von einer Milliarde Dollar. Von den USA kam er Anfang der 1990er Jahre mit Nahrungsmitteltransporten für die US-Armee ins ehemalige Jugoslawien. Seitdem hat er sich in Europa immer mehr ausgebreitet.



Invasive Arten sind eine ernstzunehmende und schnell größer werdende Gefahr für die Biodiversität

Die Europäische Union gibt mittlerweile jedes Jahr mindestens 12 Milliarden Euro für die Kontrolle von invasiven Arten und die durch sie verursachten Schäden aus. Aus diesem Grund entwickelt die Europäische Kommission momentan eine umfassende Strategie für den Kampf gegen invasive Arten, die 2011 verabschiedet werden soll.

Wie groß der wirtschaftliche Schaden durch eingeschleppte Pflanzenarten tatsächlich ist, verdeutlicht eine Untersuchung am College of Agriculture and Life Sciences der Universität Cornell (USA). Demnach verursachen invasive Pflanzen durch Ernteausfälle und Bekämpfungsmaßnahmen in den USA Gesamtkosten in Höhe von 29 Milliarden Dollar. Der Hintergrund: Die eingeschleppten europäischen Ackerunkräuter übertreffen die einheimischen mengenmäßig bereits deutlich. So stammen 73 Prozent der Ackerbegleitflora ursprünglich nicht aus Nordamerika.

Mit welcher Geschwindigkeit sich Pflanzen ausbreiten, wenn sie auf keinen Widerstand stoßen, zeigt der aus Europa als Zierpflanze in die USA eingeführte Blutweiderich (Lythrum salicaria): Pro Jahr nimmt er in den USA zusätzliche 115.000 Hektar in Besitz. Viele Feuchtgebiete werden heute fast vollständig von ihm dominiert. Allein seine Bekämpfung kostet den Staat jährlich 45 Millionen Dollar.

Frühwarnsysteme

Die frühe Erkennung und eine schnelle Reaktion sind am kostengünstigsten und bieten mehr Aussicht auf Erfolg als Maßnahmen, die erst ergriffen werden, wenn sich eine Art erst einmal etabliert hat. Daher hat die EU Informations- und Forschungsinitiativen wie DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe) eingerichtet und alle in Europa bekannten fremden Arten registriert. Hier wurden rund 11.000 Arten gezählt. Zur Datenbank gehört auch eine alphabetische Liste der 100 schlimmsten Eindringlinge mit detaillierten Karten, die zeigen, wo diese zu finden sind (www.europe-aliens.org).

Das EU-Projekt ALARM (Assessing Large Scale Environmental Risks for Biodiversity with Tested Methods) hat Studien dazu durchgeführt, wie Lebensräume der Invasion unterliegen und welche „Wege“ die eindringenden Arten hauptsächlich nehmen (www.alarmproject.net).

Bei NOBANIS (The North European and Baltic Network on Invasive Alien Species) handelt es sich um ein regionales Portal, das Informationen zu fremden Arten in Nord- und Mitteleuropa bietet (www.nobanis.org).
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