Schule statt Feld – Kooperation mit der Naandi Foundation
Chandra Kalar kommt jeden Tag auf dem Weg zur Schule an den Feldern vorbei, auf denen heute ausschließlich Erwachsene arbeiten. | |
Kontrollmaßnahmen auf den Feldern dienen der Nachprüfung des „No child labor“-Anspruchs in der Praxis. Zur langfristigen Lösung des Problems reichen diese Maßnahmen allerdings nicht aus.
Hier ist es ebenso wichtig, eine Änderung der oft in langer Tradition tief verwurzelten Verhaltensweise zu erreichen. Die zentralen Botschaften der Aktivitäten von Bayer CropScience sind dabei:
Landwirtschaft kann auch wirtschaftlich ohne den Einsatz von Kindern betrieben werden, | ||
Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft der Kinder. | ||
Ein Projekt im Rahmen von „Learning for Life“ ist die Kooperation mit der indischen Naandi Foundation, bereits seit April 2005. Diese 1998 gegründete Nicht-Regierungsorganisation arbeitet mit über 2.000 Regierungsschulen in Indien zusammen. Sie verfügt über gute Kontakte zu Schulbehörden und zum Privatsektor und legt bei der Umsetzung des Bildungskonzeptes großen Wert auf die umfassende Einbeziehung der lokalen Gemeinden.
Die Anfänge der Zusammenarbeit mit der Naandi Foundation: Von außen präsentieren sich die "Creative Learning Center" eher bescheiden. Für die Kinder sind sie jedoch ein Ort, der ihnen große Chancen bietet. Dort werden sie auf den Besuch einer staatlichen Schule vorbereitet. | |
Den Beginn der Zusammenarbeit mit Naandi 2005 bildete die Einrichtung von so genannten „Creative Learning Centers“ (Brückenschulen) in Dörfern im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Dort produziert Bayer CropScience Baumwollsaatgut. Die Schulen dienten dazu, Kindern aus ländlichen Familien, die noch nie eine Schule besucht oder den Schulbesuch abgebrochen haben, in speziellen Kursen die Eingliederung in die staatlichen Schulen zu ermöglichen. Da die Kinderarbeit in den Baumwollsaatgut-Produktionsgebieten inzwischen jedoch stark zurückgegangen ist, wird dort heute kein Creative Learning Center mehr betrieben.
Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit der Naandi Foundation den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Heute unterstützt Bayer CropScience 23 „Early Child Education Centers“ und 23 „Academic Learning Centers“ in den 23 Projektdörfern.
Die sogenannten „Early Child Education Centers” sind Kindertagesstätten, in denen Kinder im Vorschulalter betreut werden. So wird älteren Geschwistern, deren Aufgabe sonst die Betreuung der Jüngeren wäre, der Schulbesuch ermöglicht.
Die „Academic Learning Centers“ sind in den Regierungsschulen untergebracht und bieten Förderunterricht außerhalb der offiziellen Schulstunden. Dies ermöglicht auch schwächeren Schülern, dem Unterricht zu folgen und sie weiter zum Schulbesuch zu motivieren.
Im Schuljahr 2010/11 hat Bayer CropScience nach einer Pilotphase Stipendien für Schüler als zusätzliches, motivierendes Element eingeführt. Dadurch soll nicht nur eine Anerkennung für gute Leistungen erfolgen, sondern auch ein Signal für andere Schüler und die Eltern ausgehen: Leistung lohnt sich. Auch dem Schulabbruch wird so entgegengewirkt. Die Weitergewährung der Stipendien ist an festgelegte Leistungskriterien gebunden:
| Drei Prüfungen pro Schuljahr, die mit definierten guten Leistungen absolviert werden müssen, | ||
| Die Anwesenheitsquote am Schulunterricht des abgelaufenen Quartals muss mindestens 69,5% betragen. | ||
Die Elemente der Zusammenarbeit von Bayer CropScience und Naandi: Verschiedene Bausteine greifen ineinander und sorgen letztendlich dafür, dass sich der Gedanke „Schule ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft“ in den Köpfen verankert. | |
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in all diesen Projekten ist die Einbindung der Bevölkerung in den ländlichen Gemeinden (Community Mobilization). Dadurch kann auf eine Änderung der Einstellung der Menschen zum Schulbesuch hingewirkt werden. Der Gedanke „Schule ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft“ wird zum Beispiel in monatlichen Gemeindeversammlungen, in kleinen Theaterspielszenen auf der Straße und durch Plakataktionen vermittelt.
Seit Projektbeginn im April 2005 konnten 1.402 Kinder durch die Zusammenarbeit mit Naandi wieder in die Schule integriert werden.



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